Erfolgreiche Großübung "Ölwehr" auf dem Main-Donau-Kanal in Berching
Die Schifffahrtssperre am Main-Donau-Kanal nutzen Feuerwehr, Wasserwacht, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Landratsamt sowie die Wasserschutzpolizei am Samstagvormittag, 21.03.2026, für eine Großübung auf der Bundeswasserstraße. Angenommenes Übungsszenario war ein Unfall mit einem Kleintransporter im Unterwasser der Schleuse Berching. In Folge des Unfalls waren Betriebsstoffe (Kraftstoffe und Öle) über zuführende Gewässer in den Kanal gelangt. Diese breiteten sich strömungsbedingt Richtung Süden (Beilngries) aus.
Zur Bewältigung der Schadenslage wurde aufgrund des Schadensausmaßes eine örtliche Einsatzleitung eingerichtet. Als Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL) wurde KBM Marcus Ameismeier bestellt. Er wurde bei seiner Führungsaufgabe durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) unterstützt.
Aufgrund der nötigen Spezialausrüstung zur Verhinderung einer Ausbreitung des Ölschadens sowie zur Bindung und Separierung der auf dem Wasser aufschwimmenden Betriebsstoffe wurde ein sog. Hilfeleistungskontingent "Ölwehr" nachgefordert. Hilfeleistungskontingente stellt jeder Landkreis je nach vorhandener Ausstattung. Diese können über die Regierungen angefordert werden und unterstützen die örtlichen Kräfte mit Personal und spezifischer Spezialausrüstung. Sie sind dabei auch so ausgestattet, dass sie mind. 48 Stunden autark arbeiten können und führen hierzu beispielsweise Treibstoffe und Verpflegung in ausreichender Menge selbst mit.
Ein solches Kontingent rückt in der Regel nachfolgend an ein sog. Vorauskommando im Verband an. Alle Einsatzfahrzeuge fahren daher im sog. geschlossenen Verband zur Einsatzstelle. Im Zuge der Großübung war auch eine solche Verbandsfahrt Übungsbestandteil. Die ca. 20 Einsatzfahrzeuge formierten sich hierzu am sog. Bereitstellungsplatz am Festplatz in Mühlhausen zu einem geschlossenen Verband und verlegten als solcher zur eigentlichen Einsatzstelle an die Schleuse in Berching.
Um eine weitere Ausbreitung des Ölschadens verhindern zu können wurden die Einsatzkräfte sowohl von den Kanalufern aus als auch mittels Booten auf dem Wasser tätig. So wurden sog. Ölsperren auf die Wasseroberfläche aufgebracht, die eine Ausbreitung des Ölfilms verhüten und diesen zurückhalten. Um diese Sperren einbringen zu können, waren Boote der Feuerwehren Berching, Mühlhausen, Dietfurt und Beilngries nötig. Diese müssen auf geeigneten sog. Slipanlagen in den Kanal eingesetzt werden. Solche standen in Beilngries und Berching zur Verfügung. Von dort fuhren die Boote die Einsatzstelle aus Richtung Süden an. Die Wasserwacht sicherte die rund 110 Einsatzkräfte mit einem weiteren Boot ab.
Nachdem eine weitere Ausbreitung verhindert wurde, galt es im nächsten Schritt die ausgetretene Ölmenge zu binden bzw. abzuskimmen. Hierzu macht man sich die Eigenschaft des Aufschwimmens von Öl auf dem Gewässer zu Nutze. Mit sogenannten Skimmern kann das aufschwimmende Öl separiert und einer geordneten Entsorgung zugeführt werden.
Die Übung endete gegen 14 Uhr mit einem durchwegs positiven Fazit: Die Übung verlief hervorragend und stellt eine gute Vorbereitung für Katastrophenfälle dar. So wurde die Einrichtung einer örtlichen Einsatzleitung ebenso erfolgreich beübt, wie ein Tätigwerden mehrerer Wehren und Hilfsorganisationen mit deren jeweiliger Spezialausrüstung in der Struktur eines Hilfeleistungskontingents.
Ein herzlicher Dank gilt allen Organisatoren und vor allem allen beteiligten Einheiten aus dem Landkreis und der benachbarten Stadt Beilngries!
Text, Bilder: Kreisfeuerwehrverband Neumarkt, Gottschalk