Landkreisfeuerwehren und Feuerwehr der Stadt Amberg beüben gemeinsam Gefahrguteinsatz

25.04.2026

Am vergangenen Wochenende beübten die Feuerwehren Berching und Neumarkt zusammen mit der Feuerwehr der Stadt Amberg einen Gefahrguteinsatz. Übungsszenario war ein Austritt von flüssigen Gefahrstoffen in Folge einer Beschädigung der Transportbehälter bei deren Verladung. Ein Vorgehen der Einsatzkräfte zu den havarierten Behältern war nur mit speziellen, flüssigkeitsdichten und chemikalienbeständigen Schutzanzügen, sogenannten Chemikalienschutzanzügen, möglich. Für die Einsatzkräfte ist das Tragen dieser Anzüge eine hohe körperliche Belastung und die Einsatzzeit für die Träger ist auf circa 20 Minuten begrenzt, Bewegungsfreiheit und Sichtfeld im Anzug sind deutlich eingeschränkt. In der Folge sind derartige Szenarien sehr personal- und materialintensiv.

Rund 55 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Neumarkt und der Stadt Amberg bewältigten das Szenario gemeinsam, um die Zusammenarbeit auch zuständigkeitsgrenzüberschreitend zu verbessern. Nach einem Absperren des Gefahrenbereiches galt es zu erkunden, welche Stoffe genau ausgetreten waren. Hierbei unterstützte die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung des Landkreises Neumarkt bei der Stoffrecherche und Einsatzdokumentation. Über Gefahrstoffdatenbanken lassen sich wichtige einsatzrelevante Informationen über den Umgang und das einsatztaktische Vorgehen mit den einzelnen Gefahrstoffen einholen. 

Nachdem in einer Erstmaßnahme die austretenden Gefahrstoffe aus einem 1.000 l fassenden Behältnis zunächst aufgefangen wurden, galt es im weiteren Übungsverlauf die gesamte Flüssigkeit in ein unbeschädigtes Behältnis umzupumpen. Zudem musste ein weiterer beschädigter und ortsfest verbauter Behälter mit Abdichtmaterial abgedichtet werden, um einen weiteren Stoffaustritt zu verhindern.

Nach dem Einsatz mussten alle einen Chemikalienschutzanzug tragenden Einsatzkräfte dekontaminiert werden. Hierzu wurde als weiterer wesentlicher Übungsbestandteil ein sogenannter Dekontaminationsplatz aufgebaut. Auf diesem erfolgte eine äußerliche Reinigung etwaiger Kontaminationen der Schutzanzüge, bevor diese in einem mehrstufigen Verfahren schrittweise abgelegt werden konnten. Hierzu mussten die Schutzanzugträger von weiteren Einsatzkräften unterstützt werden.

Kreisbrandrat Jürgen Kohl bedankte sich bei allen Beteiligten für die hervorragend verlaufene Übung und freute sich, dass so die Zusammenarbeit bei speziellen Einsatzlagen zuständigkeitsgrenzüberschreitend weiter verbessert wird. Gerade Einsätze mit Gefahrstoffen gehören zu den material- und personalintensivsten Einsatzlagen, wodurch einer guten Zusammenarbeit vieler Wehren und der nötigen Spezialausrüstung eine umso höhere Bedeutung zukommt.

Text, Bilder: KFV Landkreis Neumarkt i.d.OPf. e.V.