Spannung, Schweiß und Teamgeist - Bayerische Jugendfeuerwehren kämpften in Neumarkt i.d.OPf. um das Ticket zur Deutschen Meisterschaft im Bundesentscheid

05.07.2026

Neumarkt in der Oberpfalz – Martinshorn gab es am vergangenen Wochenende nicht zu hören, dafür aber die präzisen Kommandos vieler Jugendlicher. Am 4. Juli 2026 kamen die besten bayerischen Jugendgruppen, die sich hierfür zuvor bereits auf Kreis- und Bezirksebene qualifiziert hatten, zur 24. Bayerischen Landesausscheidung im Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehr nach Neumarkt. Insgesamt 24 qualifizierte Jugendgruppen mit 240 Jugendlichen traten zum Bewerb an.

Das Sportgelände des Willibald-Gluck-Gymnasiums verwandelte sich dafür in eine riesige Wettkampfarena. Die Erleichterung und der Jubel bei der Siegerehrung am Nachmittag waren riesig, denn die zwei besten Mannschaften sicherten sich die begehrten Startplätze für den Bundesentscheid im September in Hannover. Die Gruppen aus Heldenstein (Oberbayern) und Mintraching (Oberpfalz) werden Bayern auf Bundesebene dort vertreten.

Für eine perfekte Vorbereitung reisten viele der Gruppen bereits am Freitag an. Sie schlugen ihr Quartier direkt im Schulgebäude des Gymnasiums auf, wo sie gemeinsam übernachteten und sich als Team auf den großen Tag einschworen. Schon am frühen Morgen herrschte auf dem Gelände des Willibald-Gluck-Gymnasiums geschäftiges Treiben unter den 240 Teilnehmenden. Unter den strengen Augen der Schiedsrichter mussten die Gruppen, bestehend aus jeweils zehn Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren, ihr feuerwehrtechnisches Können unter Beweis stellen. Der Bewerb bestand dabei aus zwei Disziplinen, einem Löschaufbau und einem Staffellauf.

Disziplin 1, der sog. A-Teil: Präzision beim Löschaufbau:

Im sogenannten A-Teil ging es um den Aufbau eines klassischen Löschangriffs. Die Jugendlichen mussten Schlauchleitungen verlegen und dabei als Hürden einen Wassergraben, eine Sprossenwand und einen Kriechtunnel bezwingen. Am Ende der Übung saß bei der Knotenstation jeder Handgriff – Knoten mussten fehlerfrei und in Windeseile an einem Gestell angebracht werden. Fehlerpunkte galt es zu vermeiden, denn jeder verdrehte Schlauch oder ein falscher Befehl kostete wertvolle Punkte.

Disziplin 2, der sog. B-Teil: Schnelligkeit und Geschick:

Im zweiten Wettbewerbsteil verlagerte sich das Geschehen auf die Laufbahn des Schulstadions, wo es möglichst schnell einen sportlichen 400-Meter-Staffellauf voller feuerwehrspezifischer Aufgaben zu absolvieren galt. So musste beispielsweise ein Jugendlicher während des Sprints einen C-Schlauch blitzschnell und ordentlich aufrollen. Ein anderer musste im Lauf Helm und Handschuhe fehlerfrei anziehen. Das Ankuppeln eines Strahlrohrs und das präzise Werfen einer Feuerwehrleine forderten kurz vor dem Ziel noch einmal höchste Konzentration.

Großer Jubel bei der Siegerehrung

Bei der feierlichen Siegerehrung, die traditionell mit der Bayernhymne und dem Einmarsch der Gruppen endete, zog der Landes-Jugendfeuerwehrwart Heinrich Scharf ein durchweg positives Fazit. Die Kreisjugendfeuerwehr Neumarkt hatte als Ausrichter auf dem Schulgelände für perfekte Rahmenbedingungen für die 240 Nachwuchskräfte gesorgt. Die Jugendlichen zeigten nicht nur beeindruckende sportliche und technische Leistungen, sondern bewiesen vor allem eines: Echte Kameradschaft und blindes Verständnis im Team. Für die beiden Erstplatzierten geht die Reise nun weiter – sie dürfen ihr Bundesland vom 4. bis 6. September 2026 beim großen Bundesentscheid in Hannover vertreten. Die drei teilnehmenden Mannschaften aus dem Landkreis Neumarkt belegten die Plätze 20 (Pilsach), 18 (Sengenthal) und 14 (Großalfalterbach-Batzhausen).

Die politischen Vertreter MdB Susanne Hierl, stellv. Landrat Stefan Haas und Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn betonten in ihren Grußworten, dass sie den Jugendlichen und den Betreuerteams dankbar für das große ehrenamtliche Engagement sind. Als politische Vertreter seien sie stolz, dass die bayerischen Feuerwehren einen so gut ausgebildeten und motivierten Nachwuchs an den späteren aktiven Einsatzdienst heranführen. Den Jugendlichen werden wichtige gesellschaftliche Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Zusammenhalt, Teamgeist und Vertrauen vermittelt. Sieger seien daher alle Jugendlichen und vor allem unsere Gesellschaft.

Text, Bilder: Gottschalk